Frau Schuster

Seite 2 von 3

mia san mia

Ok, ich bin als Münchnerin nicht objektiv. Aber der neue Fall von Leitmayr und Batic war einfach klasse.

Für mich beherrscht das Münchener Team einfach die Balance zwischen Abgeklärtheit, ja Resignation („was des wieder kost“) und Engagement für ihre Fälle und auch die Menschen, mit denen sie zu tun haben.

Mein Highlight in dieser Folge: Wie sie den neuen EDVler ins Team integrieren wollen – das schlechte Gewissen nach der Episode mit Gisbert lassen die beiden nur durchscheinen – und der sie kalt abblitzen lässt – herrlich.

Flattr this!

Dank der modernen Technik, ist es ja heute kein Problem mehr, sich den versäumten Tatort im Nachhinein reinzuziehen. Problematisch wird es erst, wenn im Blog ein gewisser Stau der Beiträge entsteht. Aber wer nicht gelesen wird, muss sich auch keine Sorgen um Aktualität machen 😉

Flattr this!

Welche Stimmung?

Dortmund die Dritte. Das Doppel-Team in voller Aktion. Faber (irre gut: Jörg Hartmann) at ist best. Die Böhnisch (Anna Schudt) hat neben dem irren Kollegen auch noch kniffligen einen Fall am Hals und einen nervigen Ehemann. Erst ihre trockenen Kommentare lassen den Irrsinn von Faber so richtig aufblitzen. Und Nora und Daniel  (Aylin Tegel und Stefan Konarske) kommen ganz schön ins Schwitzen, als Faber ihre private Beziehung in gewohnt rüpelhafter Manier aufs Tapet bringt.

Die Rekonstruktion der Tat zwischen den beiden Kommissaren hat mir bei den Frankfurtern schon gut gefallen. Aber Dortmund legt da noch eine Schippe drauf: „Ich will nicht weg, ich will Dich vergewaltigen…“

Schon die Alleingänge der vier Protagonisten sind unterhaltsam, aber erst wenn sie sich mal zusammenraufen, laufen sie zur Hochform auf. Und wenn der Dienststellenleiter winselt, dass endlich wieder Ruhe einkehren möge, will man ihm entgegnen: Bloß nicht!

Flattr this!

Berlin is watching you

Woran merkt man, dass der Sommer vorbei ist? Es wird kalt, das Laub wird bunt und es laufen wieder neue Tatorte. Ein gutes Exemplar davon war heute aus Berlin zu sehen.

Ritter und Stark hatten diesmal einen Todesfall nach einer U-Bahn-Schlägerei zu untersuchen. Die Paralellen zum Fall Brunner sind für Münchner offensichtlich, machen den Fall aber durchaus spannend.

Der Berliner Tatort hat sich schon öfter mehr auf die detailreiche Ermittlungsarbeit als das zwischenmenschliche Tralala konzentriert. Schon im letzten Fall „Machtlos“ wurden die Abläufe bei einer Entführung detailliert bis an die Grenze zur Langeweile ausgewalzt. Beim neuen Fall „Gegen den Kopf“ wir der Einfluss der Überwachung im öffentlichen Raum auf die Ermittlungsarbeit deutlich. Und trotzdem erfreuen uns die Berliner (Dominik Raake und Boris Aljinovic) mit Ihren typischen lakonischen Kommentaren zum Geschehen.

Handydaten, Überwachungskameras und geknackte Festplatten gehören mittlerweile zur normalen Routine einer Ermittlung. Die Darstellung der Arbeit im Team mit all den Spezialisten ist ganz gelungen. Die Unmöglichkeiten der ganzen CSI-Serien wie unendlich scharfe Ausschnitte aus grobkörnigen Überwachungskamera-Aufnahmen werden uns hier erspart. Das Unwissen der „digital imigrants“ Ritter und Stark ist dabei aber eine nette Zugabe.

Das Einzige was an diesem Tatort wirklich nervt, ist der Günter Jauch-Trailer gleich im Anschluss, der sich erbarmungslos ans Thema dranhängt…

 

Flattr this!

In Gottes Namen…

Die Sommerpause ist vorbei! Endlich gibt’s wieder neues Tatort-Material. Den Start in diese Herbst-Saison machen die Schweizer mit Geburtstagskind.

Die Machart ist mittlerweile standardisiert. Und trotzdem hebt sich Luzern von den Münsteranern, Hamburgern, Münchnern und Saarländern ab. Ist es die langsamere Taklung, die man den Schweizern ja allgemein nachsagt? Im Gedächtnis bleiben auf alle Fälle die langen Einstellungen auf das tote Mädchen. Immer ein paar Sekunden länger als man meint, es aushalten zu können. Und am Ende das Geständnis im blauen Schein der Spezialbeleuchtung… Ein durchsichtiger Kunstgriff, der trotzdem seine Wirkung tut.

Stefan Gubser gibt den Flückinger gewohnt harsch aber gefühlig. Je stärker er mit der selbstgefälligen (Schein-)Heiligkeit der Gemeindemitglieder konfrontiert wird, desto grantiger wird er – ein Heidenspaß, ihm dabei zuzusehen. Seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) bleibt dabei erfrischend uneitel an seiner Seite – außer wenn sie ihn grade mal stehen lässt. Sie weist ihn in seine Schranken, wenn seine eigenbrötlerische Seite mal wieder überhand nimmt.

Alles in allem ein solider Tatort, der nebenbei auch zum Nachdenken über Glaubensgemeinschaften, Sekten und andere totalitäre Systeme anregt.

Flattr this!

Depri in Konschtanz

Letzte Tage, der Tatort aus Konstanz. Sorry, Konschtanz heißt es natürlich. Diesmal hat der Drehbuchautor Stefan Dähnert ziemlich viel reingepackt: Ein neuer schweizer Kollege, der die Blum (wieder einmal) auf die Palme und dann doch zum sinnlichen Schmunzeln bringt. Perlmann in der Midlifecrisis, inkl. Knutscherei mit Studentin. Und die ist außerdem noch krebskrank. Damit hätten wir auch schon den Zuckerguss: Selbsthilfegruppe, Pharmaforschung und ein niedlicher Junge mit Leukämie.

Eine Menge Holz für 90 Minuten. Und darum bleibt jeder Handlungsstrang etwas oberflächlich. Eva Mattes hat ihre Rolle mittlerweile so verinnerlicht, dass sie nicht mehr spielt. Sie schwebt durch die Szenen und irgendwie macht es trotzdem Spaß ihr dabei zuzuschauen. Prinzipiell frage ich mich bei den Konstanzern immer, wie man zu zweit erfolgreich ermitteln kann, wenn man nicht miteinander redet…

Der Schweizer (Roland Koch) gibt zu Beginn den undurchschaubaren Polizist mit dunkler Vergangenheit. Dass er sich schließlich aber gegen seine alten Kumpanen aus Geheimdienst und Pharmaindustrie stellt und sich auf Klara Blums Seite schlägt – Überraschungen sehen anders aus.

Sebastian Bezzel gibt den Perlmann routiniert. Sein Sturz in die dunkle Zone einer Midlifecrisis wirkt aber schon etwas konstruiert. Zuerst die Nörgelei über die Vorhersehbarkeit seines (Beamten-)Lebens, dann die Romanze mit der ebenso willigen wie abgedrehten Mia (Natalia Rudziewicz). Doch ach, das Herzchen gehört nicht nur zu den Verdächtigen, sie ist auch leukämiekrank. Echte Emotion kommt auch dann nicht rüber, als Perlmann die blutende Kleine im weißen Engelskleidchen (sie, nicht er) ins Krankenhaus trägt.  Mir schießt beim Anblick ihrer Pulswärmer eher durch den Kopf, ob sie nicht auch noch einen verunglückten Selbstmordversuch draufpacken wollen. Aber nein, Pulswärmer und Strumpfhose waren nur Test für die Continuity – leider nicht bestanden.

Was hat uns dieser Tatort sonst noch gelehrt?

  • Wenn zwei sitzen, einer redet und die Kamera sich auf ihn konzentriert, schläft der andere.
  • Das unsagbar Böse/der Antichrist ist die Pharmaindustrie.
  • Es gibt auch heute noch Chefärzte mit Obersturmbandführer-Appeal.
  • Hab immer einen Zweitschlüssel für die Handschellen!

Flattr this!

meet the meat

Als begeisterte Nutznießerin des harten Konkurrenzkampfs auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt, mache ich mich über jede Neuerscheinung – grade bei den Kochzeitschriften – her. Ein neues Werk „meet – and eat like a man“ hat nun Burda auf den Markt gebracht. Nur auf den ersten Blick besteht Verwechslungsgefahr mit Beef von G+J. Denn auch wenn Typo und großes Bild von krossem Fleisch auf dem Titel deutlich machen, wer da kopiert werden soll: Es ist nicht gelungen. Beef (von dem ich nebenbei gesagt viel halte) wagte als erstes die neue Zielgruppe „Mann in Küche und am Grill“ mit einem eigenen Heft zu beglücken. Und sie haben dabei alles richtig gemacht. Vom Papier, über den Umfang zum Layout bis hin zu den Rezepten und den grandiosen Bildstrecken um sie zu illustrieren. Habe ich schon erwähnt, dass ich viel von dem Heft halte?

Und nun meet. Zum Einführungspreis von 4,80 € (geplant sind 6,80 € für 100 Seiten) schiebt Burda eine schlechte Kopie auf den Markt: Das Layout ist nett, eher bieder. Ein bisschen gelb/schwarz und ein paar negativ gesetzte Sätze sind halt noch kein großer Wurf. Die Bilder sind ok, aber konventionell. Die Themen setzten ebenfalls auf den Standard: Burger, Warenkunde, ein bisschen Reise, ein paar Mädchen zum Illustrieren von Schokoladenrezepten… Gähn… So basteln sich die Offenburger die „Bild der Frau“ der Männerkochzeitschriften.

Nachdem Beef (hatte ich schon..?) offensichtlich voll eingeschlagen hat – der Erscheinungsrythmus wurde sogar erhöht), war es ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die anderen Verlage versuchen auf den Zug aufzuspringen. Burda springt zu kurz. Macht aber nix. Gibt ja immer noch Beef. Davon halte ich übrigens…

Flattr this!

Hin und her gerissen

Ich bin wirklich unschlüssig.

Auf der einen Seite bewundere ich die Entscheidung von Angelina Jolie sich die Brüste prophylaktisch abnehmen zu lassen. So eine Entscheidung „ohne Not“ nur basierend auf Wahrscheinlichkeiten zu fällen, ist hart. Die Geschichte Ihrer Mutter, die nach zehn Jahren Kampf gegen den Brustkrebs schon mit 57 Jahren gestorben ist, ist sicherlich ausschlaggebend dafür, überhaupt auf den Gedanken zu kommen. Und dass sie die ganze Aktion im Nachhinein öffentlich gemacht hat, verdient größten Respekt.

Auf der anderen Seite bleibt Unbehagen. Zeugt es nicht von ungeheurer Härte gegen sich selbst, schon auf die Möglichkeit einer Erkrankung zu reagieren? Und wo hört das auf? Bei maximalinvasiver Prophylaxe. Und wann beginnt man damit? Wird der Gen-Test schon in der pränatalen Diagnostik angewandt, und ein Kind, das einen Gen-Deffekt in sich trägt, abgetrieben? Die ultimative Versicherung gegen Krankheit und Tod: Kein Leben.

Nachdem ich selbst schon Brustkrebs hinter mir habe, stelle ich mir selbst die Frage: Wenn es genetisch bedingter Krebs wäre: Was würde ich tun? Aus meiner Erfahrung muss ich sagen, dass eine OP sicher leichter zu ertragen ist, als eine Chemotherapie. Die Chemo war in meinem Fall ja auch nur zur Risiko-Senkung nach der OP. Ich habe keine Sekunde gezögert, das volle Programm durchzuziehen. Jeder Prozentpunkt weniger Risiko erleichtert mir persönlich den Umgang mit der Situation. Und die ist schon schwierig genug. Denn so richtig hinter sich hat man es nie… die Sorge bleibt. Und die bleibt auch bei Angelina Jolie. Fünf Prozent Risiko bleiben selbst nach diesem Eingriff.

 

Flattr this!

Solide?

Ist solide automatisch langweilig? Der neue Borowski gibt die Antwort.

Das Drehbuch zu Borowski und der brennende Mann mag solide sein, aber der Fall war spannend – und irgendwie ein bisschen Mankell. Die dänische Kollegin, die ihn anhimmelt und trotzdem auflaufen lässt, gibt den nötigen Humor. Wäre nicht schlecht, wenn sie bei einem anderen Fall mal wieder auftaucht.

Axel Milberg ist einfach genial. Wie er seinem Kommissar gleichzeitig leichte Verschrobenheit und Würde verleiht, ist erste schauspielerische Sahne. Schöne Grüße an Till Schweiger. Aber auch die weiteren Rollen sind gut besetzt. Ich gestehe zu meiner Schande, dass dies mein erster Borowski mit Sarah Brandt (Sibel Kekilli) war. Und obwohl mir darum etwas Vorgeschichte fehlt, fand ich sie klasse.

Und so lautet die Antwort für mich: Nein, langweilig war dieser solide Tatort sicher nicht.

Flattr this!

Grün, grün, grün

Ein schnelles Spaghetti-Rezept: fleischlos, einfach, flexibel und lecker:

Spaghetti al dente garen.

In der Zwischenzeit Rahmspinat (die gute Tiefkühlware mit dem Blubb…) in einem Topf auftauen/erwärmen. Sobald der Spinat sich verflüssigt hat, zugeben, was die Kuh in Eurem Kühlschrank hinterlassen hat. Ich nehme gern Schmand, es geht aber auch Sauerrahm, Milch oder natürlich Sahne. Dazu kommt noch Knoblauch – gehackt oder gepresst – und Muskat.

Die Spaghetti tropfnass in die Sauce geben (ist sie Euch zu fest, mit Nudelwasser strecken) und mit frischem Parmesan servieren.

Ich persönlich hatte noch nie ein Problem mit Spinat, aber mir wurde zugetragen, dass man mit dieser Darreichungsform sogar Kinder dafür begeistern kann…

Flattr this!

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

Copyright © 2017 Frau Schuster

Theme von Anders Norén↑ ↑