Frau Schuster

Kategorie: Frau Schuster kocht

So muss convenience

Lange Zeit verstand man unter convenience ja hauptsächlich Maggi-Fix Beutel oder Fertiggerichte. Kaum selber kochen, genormte Würzung dazu, am besten mit der gleichen Menge Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern, die der Körper vom Fastfood schon gewohnt ist. Das ist nicht mein Ding. Selber frische Zutaten zu herrlichen Speisen zubereiten, beim Einkauf nicht von Pontius zu Pilatus rennen und am Ende keine angebrochenen Packungen entsorgen – das muss doch drin sein. Ist es.

Ich bin ja – dank des Gaumenverführers – seit einiger Zeit großer Fan des Kochhauses. Nach guten Erfahrungen mit u.a. Farfalle in Avocado-Creme, Rinderfilet mit Kartoffelsoufflee und Bohnen oder Quark-Gratin mit Orangen (ja, das hat alles genau so gut geschmeckt, wie es sich anhört!) war heute Hähnchenbrust in Mandelcurry mit Vichy-Karotten und Polenta dran. Das Entsetzliche daran: Es gibt kein schönes Bild eines adrett herausgeputzten Tellers! Die Mahlzeit ist zu 3/4 vorbereitet und wird morgen in der Mittagspause fertiggestellt und dann hoffentlich genüsslich verspachtelt.

Der Spaß beginnt beim Einkaufen. Das Kochhaus Schwabing ist nur zwei Tram-Stationen von mir zu Hause entfernt, also ideal um immer mal wieder vorbei zuschauen, welches der Gerichte einen grade am meisten anlacht. Jedes Rezept wird auf einem eigenen Tisch präsentiert. Darauf alle Zutaten für 2 oder 4 Personen fein säuberlich abgepackt und griffbereit. Frische Ware wird in kleinen Kühltruhen direkt am jeweiligen Tisch gelagert. Die Lebensmittel sind meistens bio und nach meinen Erfahrungen durchweg von sehr guter Qualität. Besonders das Fleisch war erste Sahne. Das merkt man beim Preis. Aber lieber seltener und dafür so hochwertige Ware gekauft! In der Mitte jedes Warentisches prangt das Herz des Ganzen: Das Rezeptkärtchen. Das wird auf A4 aufgeklappt und zeigt Schritt für Schritt die Zubereitung.

Das hört sich jetzt alles recht nüchtern an, wird aber stark belebt durch das Drumherum. Und das kann einen Kochbegeisterten ganz schön arm machen: Kochbücher, Gewürze, Öle, Küchenhelfer, Frühstücksbrettchen, Süßkram der edelsten Sorte, Eis, Topflappen, Brot, Kräuterhäcksler und nicht zu vergessen ausgewählte Weine. Zu jedem Rezept gibt es auch eine Weinempfehlung. Und jedesmal, wenn ich bisher der Versuchung nicht widerstanden habe, waren die Tropfen erstens hervorragend und zweitens perfekt zum Gericht.

Das Personal ist super freundlich und auch bei Fragen zur Zubereitung kompetent. Dazu noch leichte Musik und einen eigenen Imbiss mit hausgemachten Leckereien: ein Traum. Zumindest mein Traum.

Hat man sich dann entschieden, packt die benötigten Zutaten in die braune Papiertüte, zahlt (natürlich nur die Zutaten, die man wirklich braucht – aber es gibt wohl Haushalte, bei denen Butter, Eier oder Knoblauch nicht zum Standardrepertoire gehört). Und ab gehts nach Hause.

Tüte auspacken, alles bereit legen und zweimal – ja definitiv zweimal – die Anleitung genau durchlesen. Bei mir geht der Rest dann meistens von selbst. Die Zubereitungsarten sind nicht schwer, die Abläufe meistens so, wie ich sie ohne Vorgabe auch tun würde. Zwischendurch kurz gespickt, ob ich auch nix vergessen habe und nach durchschnittlich einer halben Stunde Kochspaß beginnt der dritte Akt. Essen. Genüsslich und meist mit der richtigen Mischung aus Selbstkritik und Stolz. Stolz kann man sein, den die Gerichte gelingen eigentlich immer, wenn man sich an die Vorgaben hält und gleichzeitig seinen Kochverstand einschaltet. Kritisch beäuge und schmecke ich aber auch jede Speise, ob es noch Optimierungsmöglichkeiten gibt.

Und jedem, dem jetzt das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, kann ich nur einen Besuch im Kochhaus empfehlen. Es gibt zum gleichen Preis auch einen Lieferservice, aber ohne das Feeling vor Ort fehlt einem sicher ein Stückchen zum kompletten Erlebnis.

Flattr this!

meet the meat

Als begeisterte Nutznießerin des harten Konkurrenzkampfs auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt, mache ich mich über jede Neuerscheinung – grade bei den Kochzeitschriften – her. Ein neues Werk „meet – and eat like a man“ hat nun Burda auf den Markt gebracht. Nur auf den ersten Blick besteht Verwechslungsgefahr mit Beef von G+J. Denn auch wenn Typo und großes Bild von krossem Fleisch auf dem Titel deutlich machen, wer da kopiert werden soll: Es ist nicht gelungen. Beef (von dem ich nebenbei gesagt viel halte) wagte als erstes die neue Zielgruppe „Mann in Küche und am Grill“ mit einem eigenen Heft zu beglücken. Und sie haben dabei alles richtig gemacht. Vom Papier, über den Umfang zum Layout bis hin zu den Rezepten und den grandiosen Bildstrecken um sie zu illustrieren. Habe ich schon erwähnt, dass ich viel von dem Heft halte?

Und nun meet. Zum Einführungspreis von 4,80 € (geplant sind 6,80 € für 100 Seiten) schiebt Burda eine schlechte Kopie auf den Markt: Das Layout ist nett, eher bieder. Ein bisschen gelb/schwarz und ein paar negativ gesetzte Sätze sind halt noch kein großer Wurf. Die Bilder sind ok, aber konventionell. Die Themen setzten ebenfalls auf den Standard: Burger, Warenkunde, ein bisschen Reise, ein paar Mädchen zum Illustrieren von Schokoladenrezepten… Gähn… So basteln sich die Offenburger die „Bild der Frau“ der Männerkochzeitschriften.

Nachdem Beef (hatte ich schon..?) offensichtlich voll eingeschlagen hat – der Erscheinungsrythmus wurde sogar erhöht), war es ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die anderen Verlage versuchen auf den Zug aufzuspringen. Burda springt zu kurz. Macht aber nix. Gibt ja immer noch Beef. Davon halte ich übrigens…

Flattr this!

Grün, grün, grün

Ein schnelles Spaghetti-Rezept: fleischlos, einfach, flexibel und lecker:

Spaghetti al dente garen.

In der Zwischenzeit Rahmspinat (die gute Tiefkühlware mit dem Blubb…) in einem Topf auftauen/erwärmen. Sobald der Spinat sich verflüssigt hat, zugeben, was die Kuh in Eurem Kühlschrank hinterlassen hat. Ich nehme gern Schmand, es geht aber auch Sauerrahm, Milch oder natürlich Sahne. Dazu kommt noch Knoblauch – gehackt oder gepresst – und Muskat.

Die Spaghetti tropfnass in die Sauce geben (ist sie Euch zu fest, mit Nudelwasser strecken) und mit frischem Parmesan servieren.

Ich persönlich hatte noch nie ein Problem mit Spinat, aber mir wurde zugetragen, dass man mit dieser Darreichungsform sogar Kinder dafür begeistern kann…

Flattr this!

Tim hat recht

Man kann tatsächlich eine Bolognese ohne Hackfleisch kochen. Ist einfach und genauso lecker wie das gewohnete Original.

Hier das etwas abgewandelte Rezept aus Tim Mälzers Greenbox:

500 g Pilze – ich hatte grad Champions da
2 Karotten
2 Stangen Sellerie
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
Tomatenmark
1 große Dose Tomaten
Italienische Kräuter nach Belieben
Zucker, Salz, Pfeffer
Pasta, Parmesan

Die Pilze klein hacken und 1/2 Stunde ausgebreitet an der Luft dunkel werden lassen. Klingt komisch, bringt aber tatsächlich intensiven Geschmack. Währenddessen alles Gemüsige klein schnippeln.

Die Pilze nach ihrer Bräunung scharf anbraten. Gehackten Knoblauch und das Gemüseklein dazugeben. Tomatenmark unterrühren, anbrutzeln und dann die Dosentomaten mit etwas Wasser dazu geben. Kräuter dazu – ich mag gemischte italienische Kräuter und Lorbeer extra – würzen und dann offen köcheln lassen. Ne knappe halbe Stunde.

In der Zwischenzeit die Pasta kochen, Parmesan reiben.
Zum guten Schluss Sauce über die Pasta geben und geniessen…

Flattr this!

Copyright © 2017 Frau Schuster

Theme von Anders Norén↑ ↑