Frau Schuster

Kategorie: Allgemein

Himbeere!

One day baby, we’ll be old
Oh baby, we’ll be old
And think of all the stories that we could have told

Dumm gelaufen, dass der Soundtrack dieses Tatorts „Brüder“ aus Bremen zwischen Produktion und Sendetermin dank Youtube und Julia Engelmann verbrannt ist. Und alt wird sie ja nicht, die jungen Polizistin, die durch Zufall zwischen die Fronten gerät. Ein Familienclan des organisierten Verbrechens – wunderbar brutal-gruselig Dar Salim – gegen einen Polizisten, der im entscheidenden Moment die Hosen voll hat.

Und während die Kollegen auf dem Revier nur mobben, ermitteln Lürsen und Steedefreund an diesen beiden Fronten. So werden verschiedene Geschichten in diesen Fall gepackt. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Feigheit, Rache, und was mir auffällt: Die Geschichte von Frauen als Dekoration oder gar noch weniger als das. Denn seine protzige Uhr legt der Schläger sorgfältig beiseite, bevor er seine Pseudo-Ehefrau gefügig macht.

Der Fall wird gelöst, der/das Böse gestellt und getötet und doch bleibt ein schaler Nachgeschmack. Der verlorene Sohn nimmt seine Stellung als Chef des Clans ein und knüpft nahtlos an die Verbrechen seines Bruders an. Und die Polizei? Lässt ihn gewähren. Wenn man das zu Ende denkt, wird’s einem erst richtig kalt…

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Welche Stimmung?

Dortmund die Dritte. Das Doppel-Team in voller Aktion. Faber (irre gut: Jörg Hartmann) at ist best. Die Böhnisch (Anna Schudt) hat neben dem irren Kollegen auch noch kniffligen einen Fall am Hals und einen nervigen Ehemann. Erst ihre trockenen Kommentare lassen den Irrsinn von Faber so richtig aufblitzen. Und Nora und Daniel  (Aylin Tegel und Stefan Konarske) kommen ganz schön ins Schwitzen, als Faber ihre private Beziehung in gewohnt rüpelhafter Manier aufs Tapet bringt.

Die Rekonstruktion der Tat zwischen den beiden Kommissaren hat mir bei den Frankfurtern schon gut gefallen. Aber Dortmund legt da noch eine Schippe drauf: „Ich will nicht weg, ich will Dich vergewaltigen…“

Schon die Alleingänge der vier Protagonisten sind unterhaltsam, aber erst wenn sie sich mal zusammenraufen, laufen sie zur Hochform auf. Und wenn der Dienststellenleiter winselt, dass endlich wieder Ruhe einkehren möge, will man ihm entgegnen: Bloß nicht!

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Berlin is watching you

Woran merkt man, dass der Sommer vorbei ist? Es wird kalt, das Laub wird bunt und es laufen wieder neue Tatorte. Ein gutes Exemplar davon war heute aus Berlin zu sehen.

Ritter und Stark hatten diesmal einen Todesfall nach einer U-Bahn-Schlägerei zu untersuchen. Die Paralellen zum Fall Brunner sind für Münchner offensichtlich, machen den Fall aber durchaus spannend.

Der Berliner Tatort hat sich schon öfter mehr auf die detailreiche Ermittlungsarbeit als das zwischenmenschliche Tralala konzentriert. Schon im letzten Fall „Machtlos“ wurden die Abläufe bei einer Entführung detailliert bis an die Grenze zur Langeweile ausgewalzt. Beim neuen Fall „Gegen den Kopf“ wir der Einfluss der Überwachung im öffentlichen Raum auf die Ermittlungsarbeit deutlich. Und trotzdem erfreuen uns die Berliner (Dominik Raake und Boris Aljinovic) mit Ihren typischen lakonischen Kommentaren zum Geschehen.

Handydaten, Überwachungskameras und geknackte Festplatten gehören mittlerweile zur normalen Routine einer Ermittlung. Die Darstellung der Arbeit im Team mit all den Spezialisten ist ganz gelungen. Die Unmöglichkeiten der ganzen CSI-Serien wie unendlich scharfe Ausschnitte aus grobkörnigen Überwachungskamera-Aufnahmen werden uns hier erspart. Das Unwissen der „digital imigrants“ Ritter und Stark ist dabei aber eine nette Zugabe.

Das Einzige was an diesem Tatort wirklich nervt, ist der Günter Jauch-Trailer gleich im Anschluss, der sich erbarmungslos ans Thema dranhängt…

 

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Gut, dass er das rote Band umhat... Frohe Ostern!

Gut, dass er das rote Band umhat!

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