Nach dem Ausstieg von Nina Kunzendorf als Conny Mey aus dem Frankfurter Tatort schaut man gespannt auf Kommissar Steier und sieht es kommen: Sein Weg führt abwärts. Ein ungutes Gefühl in der Magengrube verbietet jeden Gedanken an ein wie auch immer geartetes Happy-End.

Die Geschichte um den Mord an einem ungeliebten Lehrer ist eher durchschnittliche Tatort-Kost: Der neue junge Freund von Steiers Ex-Frau trägt ja schon in seiner ersten Szene ein Schild um den Hals: „Hasch mich, ich bin der Mörder“. Und wie so oft erklärt der Krimi nur noch das wie und warum. Was die Geschichte mit den Alien-Kreuzungen sollte, hat sich mir persönlich nicht erschlossen, hat aber auch nicht weiter gestört. (Puh, das ist ein ähnlich vernichtender Satz wie „Immerhin schöne Landschaftsaufnahmen waren dabei“…)

Was aus der Story trotzdem einen bemerkenswerten Tatort macht ist Joachim Król. Wenn er den einsamen Frank Steier gibt, fühle ich mit. Sein Kampf mit dem Alkohol, die ruppige ja unverschämte Art, wie er seine neue Kollegin, na wie heisst sie doch gleich, anfährt und dabei doch nur wütend zu verhindern versucht, das alle seine Niederlagen mitbekommen – das ist großes Kino.

Und Niederlagen hat er in diesem Fall einige zu verdauen. Die Ex hat einen Neuen – jünger, viel jünger. Dank seines gewaltigen Filmrisses kann er sich nicht an den Mord im Park erinnern, den er doch eigentlich bezeugen soll. Und das „Mädchen“, das die Tat begangen hat, läuft ihm locker davon. Es soll noch einen letzten Frankfurter Fall mit Król geben. Sollte der auch ab 22 Uhr laufen – ich bin nicht sicher, ob ich ihn sehen will…

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