Woran merkt man, dass der Sommer vorbei ist? Es wird kalt, das Laub wird bunt und es laufen wieder neue Tatorte. Ein gutes Exemplar davon war heute aus Berlin zu sehen.

Ritter und Stark hatten diesmal einen Todesfall nach einer U-Bahn-Schlägerei zu untersuchen. Die Paralellen zum Fall Brunner sind für Münchner offensichtlich, machen den Fall aber durchaus spannend.

Der Berliner Tatort hat sich schon öfter mehr auf die detailreiche Ermittlungsarbeit als das zwischenmenschliche Tralala konzentriert. Schon im letzten Fall „Machtlos“ wurden die Abläufe bei einer Entführung detailliert bis an die Grenze zur Langeweile ausgewalzt. Beim neuen Fall „Gegen den Kopf“ wir der Einfluss der Überwachung im öffentlichen Raum auf die Ermittlungsarbeit deutlich. Und trotzdem erfreuen uns die Berliner (Dominik Raake und Boris Aljinovic) mit Ihren typischen lakonischen Kommentaren zum Geschehen.

Handydaten, Überwachungskameras und geknackte Festplatten gehören mittlerweile zur normalen Routine einer Ermittlung. Die Darstellung der Arbeit im Team mit all den Spezialisten ist ganz gelungen. Die Unmöglichkeiten der ganzen CSI-Serien wie unendlich scharfe Ausschnitte aus grobkörnigen Überwachungskamera-Aufnahmen werden uns hier erspart. Das Unwissen der „digital imigrants“ Ritter und Stark ist dabei aber eine nette Zugabe.

Das Einzige was an diesem Tatort wirklich nervt, ist der Günter Jauch-Trailer gleich im Anschluss, der sich erbarmungslos ans Thema dranhängt…

 

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