Die Sommerpause ist vorbei! Endlich gibt’s wieder neues Tatort-Material. Den Start in diese Herbst-Saison machen die Schweizer mit Geburtstagskind.

Die Machart ist mittlerweile standardisiert. Und trotzdem hebt sich Luzern von den Münsteranern, Hamburgern, Münchnern und Saarländern ab. Ist es die langsamere Taklung, die man den Schweizern ja allgemein nachsagt? Im Gedächtnis bleiben auf alle Fälle die langen Einstellungen auf das tote Mädchen. Immer ein paar Sekunden länger als man meint, es aushalten zu können. Und am Ende das Geständnis im blauen Schein der Spezialbeleuchtung… Ein durchsichtiger Kunstgriff, der trotzdem seine Wirkung tut.

Stefan Gubser gibt den Flückinger gewohnt harsch aber gefühlig. Je stärker er mit der selbstgefälligen (Schein-)Heiligkeit der Gemeindemitglieder konfrontiert wird, desto grantiger wird er – ein Heidenspaß, ihm dabei zuzusehen. Seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) bleibt dabei erfrischend uneitel an seiner Seite – außer wenn sie ihn grade mal stehen lässt. Sie weist ihn in seine Schranken, wenn seine eigenbrötlerische Seite mal wieder überhand nimmt.

Alles in allem ein solider Tatort, der nebenbei auch zum Nachdenken über Glaubensgemeinschaften, Sekten und andere totalitäre Systeme anregt.

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