Das war sie also. Die zweite Hamburg-Tatort-Premiere in diesem Jahr. Bevor man mit den Vergleichen zum Schweiger-Tatort anfängt, sollte man aber erst mal den Feuerteufel selbst beurteilen.

Obwohl die Figur des Thorsten Falke knietief in Klischees watet, hat mir dieser neue Hamburger Kommissar gefallen. Ok, Sohn, den er nie sieht, Katze zu Hause, Hure mit Herz – das ist jetzt nichts wirklich überraschendes. Und ich bin auch schon gespannt, wann die offizielle Milch-Menge für diese Folge veröffentlicht wird. Und trotzdem – der Kerl hat was. In erster Linie einen großartigen Schauspieler, der im Tiefe verleiht. Wotan Wilke Möhring hat mit diesem Film mal allen gezeigt, wie das geht:

  • Rauhe Schale, weicher Kern – besser als Schweiger
  • Alter Grantler, der sich an junges Blut gewöhnen muss: Da können sich Wachtveitl und Nemec ne Scheibe abschneiden
  • Er kennt sich aus im Kiez – war da was in Berlin?

Die junge blonde Verstärkung, zuerst abgelehnt und schließlich doch akzeptiert. Petra Schmidt-Schaller muss sich noch deutlich steigern, um von der inneren wie physischen Kraft des WWM nicht wieder an die Wand gespielt zu werden.

Und erfreulicherweise ist eine weitere Nebenrolle ebenfalls hervorragend besetzt: Hamburg spielt mit. Nicht übertrieben, aber sichtbar. Tschiller hätte auch in jeder anderen Stadt rumballern können.

Der Fall war ok. So Kleinigkeiten wie die Tatsache, dass die Tochter des Opfers am Tag zuvor gestorben ist, sollten Kommissare eigentlich ermitteln. Aber sind wir mal nicht zu pingelig.

Mein Fazit: Falke hat den größeren. Aber das hat Tschiller ja schon selbst festgestellt.

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