Frau Schuster

Monat: April 2013

Moin Falke

Das war sie also. Die zweite Hamburg-Tatort-Premiere in diesem Jahr. Bevor man mit den Vergleichen zum Schweiger-Tatort anfängt, sollte man aber erst mal den Feuerteufel selbst beurteilen.

Obwohl die Figur des Thorsten Falke knietief in Klischees watet, hat mir dieser neue Hamburger Kommissar gefallen. Ok, Sohn, den er nie sieht, Katze zu Hause, Hure mit Herz – das ist jetzt nichts wirklich überraschendes. Und ich bin auch schon gespannt, wann die offizielle Milch-Menge für diese Folge veröffentlicht wird. Und trotzdem – der Kerl hat was. In erster Linie einen großartigen Schauspieler, der im Tiefe verleiht. Wotan Wilke Möhring hat mit diesem Film mal allen gezeigt, wie das geht:

  • Rauhe Schale, weicher Kern – besser als Schweiger
  • Alter Grantler, der sich an junges Blut gewöhnen muss: Da können sich Wachtveitl und Nemec ne Scheibe abschneiden
  • Er kennt sich aus im Kiez – war da was in Berlin?

Die junge blonde Verstärkung, zuerst abgelehnt und schließlich doch akzeptiert. Petra Schmidt-Schaller muss sich noch deutlich steigern, um von der inneren wie physischen Kraft des WWM nicht wieder an die Wand gespielt zu werden.

Und erfreulicherweise ist eine weitere Nebenrolle ebenfalls hervorragend besetzt: Hamburg spielt mit. Nicht übertrieben, aber sichtbar. Tschiller hätte auch in jeder anderen Stadt rumballern können.

Der Fall war ok. So Kleinigkeiten wie die Tatsache, dass die Tochter des Opfers am Tag zuvor gestorben ist, sollten Kommissare eigentlich ermitteln. Aber sind wir mal nicht zu pingelig.

Mein Fazit: Falke hat den größeren. Aber das hat Tschiller ja schon selbst festgestellt.

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Bye bye Conny Mey

Schade, dass Nina Kunzendorf schon so schnell wieder aufhört beim Frankfurter Tatort… Auch in der letzten Folge „Wer das Schweigen bricht“ konnten wir ihr wieder in gefühlten 4,6 km Gängen dabei zuschauen, wie sie läuft. Und in Großaufnahmen in ihrem Gesicht beobachten, wie sie denkt. Und vergnügt zuhören, wenn sie ihre Kollegen mehr oder weniger freundlich anraunzt: „Braucht ihr ne schriftliche Einladung?“

Das hört sich erst mal nicht abendfüllend an – aber ich werde sie wirklich vermissen. Denn im ruhigen, kalten, distanziertem Look der Frankfurter Fälle war sie das große Herz und die große Schnauze. Das Zusammenspiel mit Steier, der subtile Wechsel zwischen Sie und Du, und die absolut unsäglichen Klamotten…

Ach ja, und da war heute ja auch noch ein Fall zu klären. War gut, aber nicht wichtig.

Bye bye Conny Mey.

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TV ohne Zuschauer

Heute abend bin ich beim Zappen auf der Suche nach Abkühlung nach einem klasse Film (DVD Star Trek – der zweite Teil kommt im Mai ins Kino) bei der Harald Schmidt Show hängengeblieben. Ja, die gibt es noch. Doch im Gegensatz zu Roche & Böhmermann beweist Dirty Harry dabei, dass Fernsehen ohne Zuschauer nicht gut sein muss.

Das Standup am Beginn ist gewohnt bissig. Betonung auf gewohnt. Die Aktionen – unter anderem die Beerdigung der Kaffeemaschine, Telefonate mit arglosen Sky-Abonnenten zwecks Zufriedenheits-Befragung – plätschern dahin. Das Gespräch mit Fahri Yardim (Schweiger-Partner im neuen Hamburg-Tatort) unterhält – was aber eher Yardim zuzurechnen ist. Die Musik von den Delilahs ist nicht mein Geschmack. Der Auftritt wird abgewickelt…

Nichts desto trotz wurde eben erst gemeldet, dass Schmidt seinen Vertrag bei Sky um ein weiteres Jahr verlängert hat. Die Gründe dafür erschließen sich mir nicht. Schade, dass Schmidt seinen Freiraum nicht origineller füllt. Denn dass er sich im luftleeren Raum bewegt, ist ihm nur zu bewusst: „Der Saal ist egal? Würde ich so nicht sagen. Ich habe nur den Saal.“

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